Freeware, die alternative Lizenz

Microsoft hat mit Office 2013 eine Neuerung in den Lizenzbedingungen eingeführt. Heise schreibt dazu: „Geht der Rechner kaputt, auf dem man die Software installiert hat, ist damit nach Auffassung von Microsoft auch die Lizenz für das darauf installierte Office-Exemplar erloschen.“

Wozu brauche ich mehrere Lizenzen? Ich habe zwar zwei Hände, werde aber wohl kaum in der Lage sein, auf Laptop und PC gleichzeitig an Texten, Kalkulationen oder Powerpoint-Folien zu arbeiten. Das ist doch genauso, als ob ich zwei Führerscheine brauchte, wenn ich unter der Woche mit dem Auto zur Firma fahre, am Wochenende aber auf dem Motorrad unterwegs sein will.

Mit Software ist es ja schon so eine komische Sache. Man kauft sie irgendwie nicht, sondern erwirbt lediglich ein Nutzungsrecht, die Lizenz. Wenn die erworbene Lizenz aber nicht mehr „seelengebunden“ ist, also zu meiner alleinigen Verfügung bereit steht, sondern für jedes Gerät erneut beschafft und damit auch bezahlt werden muss, dann entstehen hier Zusatzkosten, die kaum einer wirklich freiwillig tragen wird. Also werden früher oder später sicherlich wieder findige Menschen Methoden entwickeln, wie eine Office-Installation trotzdem mit nur einer Lizenz parallel möglich ist und nicht entdeckt werden kann. Oder auch ganz ohne Lizenz. Dass das illegal ist, hat solche Leute auch bisher nicht gestört.

Ich ziehe die legale Möglichkeit vor. Vielleicht ist das ein guter Grund, sich nun endgültig Alternativen wie Open Office* oder Libre Office zuzuwenden. Die kosten nichts, aber man kann dafür trotzdem spenden, um solche Projekte zu unterstützen.

Diese Alternativen sind inzwischen dem vermeintlichen „Original“ von Microsoft ziemlich gleichwertig, womit selbiges bestenfalls zum „primus inter pares“ wird. Bedenkt man den Preis, stimmt nicht einmal mehr das, denn wenn ich die gleiche Leistung zum deutlich günstigeren Anschaffungspreis bekomme, gibt es keinen Grund mehr, dem Platzhirschen noch Tribut zu zollen. Und legal ist das allemal.

* UPDATE: Der Link zu Open Office, den ich mit http://www.openoffice.org/de/ angegeben hatte, liefert laut einem aufmerksamen Besucher meiner Seite eine Toolbar mit dem Installer aus. Ich habe dies jetzt nicht geprüft und den Link daher unklickbar eingefügt. Natürlich ist dringend zu empfehlen, Links auf Webseiten kritisch zu betrachten und gegebenenfalls einen Script- und Request-Blocker im Browser zu verwenden. Hier noch ein alternativer Link: http://www.openoffice.de


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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