Trau keiner Statistik

Website-Statistik
Website-Statistik vom 30.12.2017

Eine Statistik ist eine wunderbare Sache, denn mit Statistiken kann man fast alles beweisen. Nicht umsonst ist das folgende geflügelte Wort wohl jedem bekannt. Laut Wikipedia wird es zwar allgemein Winston Churchill zugeschrieben, könnte aber genausogut eine Erfindung Göbbels gewesen sein. Ein schöner Bezug zu der inzwischen schon wieder abklingenden Fake-News-Debatte, der zumindest beweist, dass Lügen in der Presse keinesfalls eine neuzeitliche Erfindung sind.

„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“

Nicht zum ersten mal schreibe ich über Statistik. In Statistik-Verwirrung bezog ich mich auf die unterschiedlichen Ergebnisse zweier Tools, die die Leserzahlen von WordPress-Blogs analysieren. Da ich seinerzeit keinen echten Parallelbetrieb hatte, will ich nun die Analyse nachholen und die von beiden Tools gelieferten Zahlen in einem eigenen Diagramm gegenüberstellen. Zwei komplette Jahre sollten ausreichen, um saisonale Unterschiede herauszunehmen und zumindest Trends zu erkennen. Ich schwöre, dass ich die Zahlen korrekt aus den Tools abgeschrieben und auch die Screenshots nicht manipuliert habe, aber das ist auch so ziemlich die einzige Wahrheit, die ich zu bieten habe.

Seitenabrufe Count per Day
Seitenabrufe Jetpack

Die obigen Diagramme sind in Excel entstanden. Dafür habe ich die per Mouseover-Anzeige eingeblendeten Zahlen der Plugins in eine Excel-Tabelle eingetragen und daraus die Diagramme erstellt. Abgesehen von den deutlich unterschiedlichen Mustern der Balkenhöhen erkennt man an den Achsen (Klick auf das Bild vergrößert es), dass Count per Day deutlich mehr gezählt hat als Jetpack. Im direkten Vergleich (Achsenskalierung angeglichen) werden noch lustigere Unterschiede sichtbar:

Hier wird deutlich, dass nicht nur der deutliche Anstieg im November und Dezember nur im Jetpack vorhanden ist, sondern auch dass in der Vergangenheit fast systematisch gegenläufige Tendenzen zu erkennen sind. Wenn die Zahlen in Count per Day nach oben gehen, gehen sie im Jetpack gespiegelt nach unten (August und November 2016 sowie April, August und September 2017).

Wenn beide Tools auch nur ansatzweise die gleichen Daten als Grundlage verwenden würden, dürften solche gravierenden Unterschiede nicht auftreten. Warum sollte man dann überhaupt noch Statistik-Tools verwenden? Zumal die DSGVO inzwischen ja auch ein wenig dazu zu sagen hat. Vielleicht ist es ja doch nur was für’s Ego.


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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