Caldens Dilemma

Leere Hallen in Calden

Die HNA zitierte am 16.10.2013 den früheren Fraport-Chef Prof. Dr. Wilhelm Bender sinngemäß mit den Worten, Geschäftsleute sollten Kassel-Calden mehr nutzen.

Interessant ist diese Aufforderung sicher unter der Annahme, dass auch hinreichend verschiedene Ziele angeflogen werden. Aber wohin soll denn eine Firma ihre Mitarbeiter zu Arbeitszwecken schicken?

Da wären im Moment nur zwei Ziele: Antalya und Palma de Mallorca. Falls ich zufällig gerade dort beruflich zu tun hätte, wäre ein Start ab Calden für mich sicher sinnvoll. Aber ich musste am letzten Wochenende zum Beispiel von Freitag bis Sonntag nach Hannover. Das Angebot von Calden war in dieser Hinsicht nicht wirklich prickelnd. Wie also soll ich als Geschäftsmann Calden nutzen, wenn es meine Ziele nicht anfliegt? Und jetzt sage bitte keiner, ich sei zu wählerisch! Ich suche mir meine Kunden nicht danach aus, ob ich von Calden aus dorthin fliegen kann. Soviel Auswahl habe ich nicht.

Da haben wir also im Vorfeld die vollmundigen Versprechungen (oder nennen wir es „Schönrechnungen“) von Passagierzahlen und nun mindestens ebenso große Forderungen, das Angebot doch bitte auch zu nutzen. Aber welches Angebot denn?

Das ist das eigentliche Dilemma. Ohne Fluggäste lohnt sich das Fliegen nicht, und ohne Flieger wird kein potentieller Fluggast in Calden Schlange stehen. Das hatte schon der Schuster Willem Voigt im „Hauptmann von Köpenick“ erkannt, bevor er seinem Frust publikumswirksam Luft machte.

Wenn ick nich jemeldet bin, krieg ick keene Arbeet, und wenn ick keene Arbeet habe, da darf ick mir nich melden. (Quelle)


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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