Vorhang auf im Datenschutztheater

Datenschutzeinstellungen auf einer Website (Quelle: Screenshot)

Ihr kennt die Firma Venatus Media Limited? Nein? Sie kennt aber euch und will viel von euch wissen. So ist das. In letzter Zeit poppen immer diese Fenster auf.

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Auf der Webseite von n-tv werfe ich seit Jahren täglich einen Blick auf die Schlagzeilen. Doch scheinbar haben die Jungs dort einiges falsch gemacht. Denn wieso muss man nun plötzlich ca. 150 Datenschutzbedingen lesen und bei Bedarf an- oder abwählen? Muss man natürlich nicht. Man sagt, dass man alles genau so haben will und gut ist.

Ich habe mal interessiert einige Anbieter angeschaut und bin dann zufällig bei Venatus hängengeblieben. Man wirbt dort mit „We value your privacy“. Super. Und dass man schon viele Webseiten betreut: „600+ exclusive websites globally“. Echt? Kann Venatus auch denen mein Surfverhalten verkaufen? Ich habe mal durch die Venatus-An-Abwahl-Liste gescrollt. Nach etwa zwei Minuten tat mir der Finger weh. Fairerweise muss man sagen, dass dort scheinbar alle Optionen abgewählt sind. Ist das auch so, wenn ich z.B. allein bei n-tv dem Standard zugestimmt habe?

Und so ganz nebenbei, wieso ist der Meine-Auswahl-Button meist immer so aschgrau und der Her-Damit-Button immer so lustig bunt?

Ich fasse mal zusammen, auch wenn ich es selbst kaum noch hören kann. Jeder kleine mittelständische Betrieb in Deutschland hat Summen wegen dieser vielgelobten Datenschutzverordnung ausgegeben. Doch hunderte von „Limiteds“ können weiterhin ihre Spielchen spielen. Warum ist es so schwierig, Datenschutz für alle einfach zu machen? Ich meine jetzt nicht uns Vollprofis. Wir können und konnten das schon immer. Aber der Durchschnittssurfer wird von Hinz und Kunz bespitzelt. Das hat rein gar nichts mit Datenschutz zu tun.

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