Das beste agile Buch ist kein Buch

Agile in a Flash

„The best agile book isn’t a book“ — Diese Einleitung zu „Agile in a flash“ auf The Pragmatic Bookshelf beschreibt vielleicht besonders die Art, wie Uneingeweihte mit dem Thema „agile Techniken“ umgehen: Sie sehen einen Widerspruch, den sie nicht auflösen können.

Ähnlich wie „Objektorientierte Programmierung“ seinerzeit unter Laien ein interessantes Schlagwort war, dem man keinen oder kaum Inhalt zuordnen konnte, so scheint auch heute noch „agil“ in erster Linie mit Termini wie „chaotisch“ oder „anarchistisch“ assoziiert zu werden. Erklären Sie einem Manager, dass agile Teams sich selbst organisieren, und er wird sich sofort überflüssig vorkommen — und das Gefühl haben, etwas dagegen tun zu müssen. Und der erste und einfachste Schritt kann sein, dass er oder sie agile Techniken rundheraus verteufelt und verbietet.

Dabei ist Agilität keineswegs ein Aufruf zur Revolution, auch wenn agile Techniken durchaus revolutionär wirken können. Dass die oft verstandene Aussage „Manager sind überflüssig“ keineswegs so stehen gelassen werden muss, ist dem Eingeweihten wiederum klar. Und deswegen wird z.B. ein Scrum Master auch sicher nicht mit dieser Tür in’s Haus fallen und das gesamte Management brüskieren. Aber wie erklärt man es dem Chef, dass man selbst inzwischen zu einem anderen Rollenverständnis gefunden hat? Und vor allem, wie hilft man ihm, ebensolches zu tun? Weder der unmittelbare Vorgesetze noch das gesamte Management sind plötzlich überflüssig. Vielmehr versucht „Agility“ einfach nur, die Rollen etwas klarer zu definieren, um jeden genau dort einzusetzen, wo er am effizientesten arbeiten kann.

Was aber tun, damit das Wissen des teuren Scrum-Master-Kurses nicht verloren geht, wenn man in die Tretmühle der Routine zurückkommt? Wie kann der arme gestresste Programmierer jeden Tag auf’s Neue daran denken, dass er ja eigentlich glücklich ist und Spaß an der Arbeit hat? Wie kann der Chef oder das Team selbst sicherstellen, dass die tollen Ideen nicht in Vergessenheit geraten?

Agile in a Flash

Genau dafür ist „Agile in a Flash“ da. Es handelt sich um ein Set von Karten, auf denen vorne kurze prägnante Aussagen gedruckt stehen, und auf deren Rückseite diese Aussagen noch etwas erläutert werden. Diese Karten sind ganz bewusst nicht in Buchform gebunden, damit sie auf dem Schreibtisch verstreut werden oder zum Meeting mitgenommen werden können. Wo auch immer man die Ideen gebrauchen könnte, lassen sie sich ganz individuell einsetzen. So wird als eine mögliche Verwendung zum Beispiel empfohlen, dass man eine Karte ja auch dem Chef in die Besprechungsmappe mogeln könnte, so als dezenten Hinweis :-)

Die Inhalte beschränken sich nicht nur auf agile Techniken selbst, sondern streifen auch verwandte Themenbereiche wie z.B. Leadership, Teamwork, Clean Coding, agile Techniken zur Problemlösung und Tipps um agile Teams zu coachen.

Die Karten können gedruckt („paper book“) oder als eBook bestellt werden, die gedruckten auch als 5er- oder 10er-Packung. Die Lieferung aus den USA erfolgte bei mir innerhalb von weniger als 2 Wochen.

Weitere Hinweise gibt es auf der Pragmatic Bookshelf Website.

Die Revolution kann beginnen! Widerstand ist zwecklos!

 


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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