Neue Bahncard (3. Teil)

BahncardAm Schalter der Deutschen Bahn muss man seit einigen Jahren eine Nummer ziehen, wodurch sichergestellt wird, dass die Passagiere in der Reihenfolge ihres Eintreffens an die Reihe kommen. Selbst dann, wenn man der einzige in der „Reihe“ ist. Zuvor war es immer ein Glücksspiel, zu erraten, welche Schlange welchen Sachbearbeiters sich wohl am schnellsten fortbewegen würde.

Mit dem ausgefüllten Antrag, jedoch im Vertrauen auf die bereits im Computersystem vorliegenden Daten als langjähriger Bahncardinhaber (manche würden sagen „treuer Kunde“) ohne Passbilder und Ausweiskopien zog ich eine solche Nummer und reihte mich in die virtuelle Schlange ein.

Diesmal lagen rund 30 Nummern vor mir, was aufgrund einiger zwischenzeitlicher Ausfälle dann doch recht flott ging. Mit 2 Kunden pro Minute im Durchschnitt rückten wir vor. Jeder hielt den Zettel mit der Nummer mehr oder weniger offen in der Hand. Der verstohlene Blick auf die Anzeigetafeln und das leise Seufzen der anderen machten diese Viertelstunde des Wartens fast schon selbst zu einem Erlebnis.

Soeben wurde meine Nummer versehentlich von einer Beraterin aufgerufen, die bereits eine Kundin hatte, so dass ich zu einer Kollegin weiterverwiesen wurde. Diese hörte sich geduldig meine Leiden an, schmunzelte und stellte zunächst ein paar gute Fragen. So hätte ich vermutlich die Kreditkartenfunktion meiner Bahncard ebenfalls kündigen müssen, woran ich nicht gedacht hatte. Schließlich hatte ich seinerzeit auch keineswegs zwei Anträge ausgefüllt. Aber man lernt nie aus.

Dank des schon ausgefüllten Antrags gab sie dann mit fliegenden Fingern alle Daten in den Computer ein, der laut ihrer Aussage nichts von mir wusste. Das Passbild brauchte ich dennoch nicht, der vorgelegte Personalausweis reichte.

Originell war allerdings die Tatsache, dass ein Bezahlen mit der alten Bahncard mit Kreditkartenfunktion nur gegen eine zusätzliche „Transaktionsgebühr“ möglich gewesen wäre. Mit ec-Karte ging es ohne diese Gebühr. Originell finde ich das deshalb, weil die Bahn schließlich mit ihrer Kreditkartenfunktion besonders wirbt: „Mehr Karte brauchen Sie nicht!“ Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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