Fragmente von Zeit

Die Zeit wartet auf niemanden
Die Zeit wartet auf niemanden

Was ist das für ein Gefühl, wenn du innerhalb eines Arbeitstags 20 mal die Aufgabe wechselst? Damit meine ich nicht 20 verschiedene Aufgaben zu haben, sondern zwischen — sagen wir — 5 Aufgaben hin- und herzuwechseln, so dass im Endeffekt 20 Eintragungen im Zeitkonto auftauchen. Was ist das für ein Gefühl?

Es gibt solche Tage, da läuft nichts nach Plan. Eine Unterbrechung jagt die nächste, und wenn die Mittagspause naht, hast du das Gefühl, dass die Woche langsam zu ende sein sollte. Es kann durchaus gute Gründe für so einen Tag geben. Unsere Arbeit ist ein komplexes Gebilde, viele unterschiedliche Handlungsstränge laufen zusammen und verursachen einen Knoten im Gehirn. Viele Leute kommen vorbei, haben Fragen oder Wünsche, und selbstverständlich, denkt sich jeder Einzelne von denen, ist sein Anliegen immens viel wichtiger als alles andere. Doch meine Zeit ist begrenzt.

Mein Zeiterfassungsprogramm auf meinem Android-Smartphone erlaubt es mir, nach dem Entsperren des Bildschirms mit zwei Finger-„Klicks“ die Task zu wechseln. Auf die Minute genau loggt das Programm dann, wie lange ich mit welcher Aufgabe zugebracht habe. Leider ist es in meinem Kopf nicht ganz so einfach. Immer brauche ich ein paar Sekunden, um mich auf die neue Thematik einzustellen. Klar, irgendwie geht das schon, aber — wie gesagt — wenn Mittwoch Mittag der Wunsch entsteht, die Woche möge doch bitte schlagartig zu ende sein, dann ist da etwas nicht in Ordnung.

Ein Personal Kanban ist sicher eine gute Hilfe. Nichts wird vergessen, auch wenn man manche Leute spontan wieder wegschicken muss. Was im „Backlog“ steht, wird sicher in den nächsten Tagen auch mal dran kommen. Wenn das dann noch an einem für alle sichtbaren Board hängt, wird vielleicht manchem spontanen Besucher klar, dass er oder sie ein bisschen zu viel verlangt.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, diesen Knoten zu entwirren? Wie kann ich die Wünsche kanalisieren, ohne die Leute vor den Kopf zu stoßen? Wie kann ich leistungsfähig bleiben, ohne mich kaputt zu arbeiten?

Wenn jemand noch Ideen dafür hat, wäre ich für Vorschläge sehr dankbar.


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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