Auf dem Laufenden bleiben mit RSS-Feeds

Wozu ist RSS gut?

RSS-Logo
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Mails erhalten Sie kurz nachdem sie jemand verschickt hat. Das klingt nicht nur trivial, das ist auch trivial. Darin erkennen Sie aber auch den Nachteil: Sie haben kaum noch Einfluss darauf, wann eine Mail kommt. Bei manchen Mail-Abos haben Sie die Möglichkeit, den Rhythmus zu bestimmen, bei anderen nicht. Mail ist also ein sogenanntes „Push-Verfahren“: Sie bekommen die Informationen geschickt, Sie holen sie nicht ab.

Im Gegensatz dazu kann man RSS-Feeds als „Pull-Verfahren“ bezeichnen. Die Begriffe push und pull sind englisch und bedeuten „schieben“ und „ziehen“, was man sich bildlich sehr gut vorstellen kann. Mails werden Ihnen vor die Füße geschoben, wann immer der „Schieber“ das will. RSS-Feeds hingegen holen Sie sich ab, wann Sie das für richtig halten.

Was bedeutet RSS?

RSS bedeutet „Really Simple Syndication“, auf Deutsch also „wirklich einfache Zusammenfassung“. Und genau das ist damit auch gemeint: Es wird eine kurze Zusammenfassung eines Artikels zusammengestellt. Diese wird dann in einer Weise übertragen, dass der Feed-Reader sie versteht. Hierfür gibt es mehrere Formate, mit denen wir uns an dieser Stelle aber nicht beschäftigen müssen. Allen Formaten gemeinsam ist, dass sie standardisiert sind und von vielen Programmen ausgewertet werden können. Wie die Informationen dann dargestellt werden, ist Sache des Programms.

Zumeist handelt es sich bei der Zusammenfassung um die Artikelüberschrift und den ersten Absatz des Artikels, manchmal auch in Verbindung mit dem Artikelbild. Der Zweck ist, dass der Leser einen kurzen Überblick über den Artikel bekommt und so entscheiden kann, ob es sich lohnt, den ganzen Artikel zu lesen. Das ist im weiteren dann sehr einfach, denn es wird im RSS-Feed immer auch ein Link direkt zu dem Artikel mitgeliefert.

Manche Systeme (wie z.B. das von mir verwendete WordPress) erlauben es auch, dem Artikel eine extra Zusammenfassung beizufügen. Diese wird dann bevorzugt vom RSS-Feed verwendet. Falls diese Zusammenfassung nicht existiert, sucht das Programm eine bestimmte Menge aus dem Text heraus.

Muss ich dazu programmieren können?

Weder für das Zusammenstellen noch für das Lesen eines RSS-Feeds sind Programmierkenntnisse erforderlich. Es gibt für beides bereits eine Vielzahl guter Programme und Möglichkeiten, so dass das Konzept auch für den Laien problemlos benutzbar ist.

Die Erzeugung eines Feeds geschieht bereits auf dem Webserver. Dies ist mit fast keinem Zusatzaufwand verbunden. So werden Ihnen meine Artikel auch als RSS-Feed zur Verfügung gestellt.

Was brauche ich, um RSS-Feeds zu lesen?

Als erstes müssen Sie herausfinden, wie Sie überhaupt an so einen RSS-Feed herankommen. Bei meiner Website ist das ganz einfach: Schauen Sie in die Menüleiste. Dort finden Sie den Eintrag „RSS-Feed„. Auf anderen Seiten ist es vielleicht nicht so einfach, aber wenn Sie nach „RSS“ suchen (im Browser meistens mit Strg-f) oder nach dem obigen Symbol Ausschau halten, sollte es auch dort gehen. Sie werden sich wundern, wie viele Seiten RSS-Feeds anbieten!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen RSS-Feed zu lesen:

  • Rufen Sie in einem beliebigen Browser die Adresse http://www.juengling-edv.de/feed/ auf.
  • Abonnieren Sie den Feed im Firefox mit der Funktion „Dynamische Lesezeichen“. Hier finden Sie eine verständliche Anleitung.
  • Installieren Sie einen Feed-Reader auf Ihrem PC, Tablet oder Smartphone und sagen Sie diesem, welche Feeds Sie abonnieren möchten.

Geht das auch mit dem Smartphone?

Ja, das geht. Ich verwende z.B. Sparse RSS von Stefan Handschuh auf meinem Smartphone. Dies ist ein einfach einzurichtender und zu bedienender RSS-Feedreader für Android, der sich dadurch auszeichnet, dass er keine Werbung einblendet und keine über seine Funktion hinausgehenden Rechte anfordert.

UPDATE: Da die Entwicklung von Sparse RSS zwischenzeitlich eingestellt wurde, schlage ich Sparse RSS Mod als Alternative vor. Diese App wurde laut Angabe des neuen Autors auf der Basis von Sparse RSS weiterentwickelt. Originell daran ist, dass der neue Autor „Android.Makes.Fun“ sich zwar bei Stefan Handschuh bedankt („Thanks to Stefan Handschuh for the source code.“), jedoch der Login-Name bei Google Play zwischen „shandschuh“ und „bernd.shandschuh“ sich nur marginal verändert hat.

Was kostet das?

Der RSS-Feed kostet nichts, und auch sonst habe ich noch nie eine finanzielle Forderung in diesem Zusammenhang erlebt. Viele Feed-Reader sind ebenfalls kostenlos zu haben. Nur der Traffic (die Datenübertragung) muss bezahlt werden, was je nach Vertrag unterschiedliche Auswirkungen haben kann.

Abhängig vom Volumen des Feeds, also der Anzahl und dem Umfang der Nachrichten, sowie der Abrufhäufigkeit kommen unterschiedliche Datenmengen zusammen. Dennoch wird in der Regel nicht der gesamte Artikel übertragen und vor allem bleiben die Werbebanner der Seite zumeist außen vor. Hier ist mir momentan nur eine Ausnahme bekannt: Der Heise-Verlag (ein Fachverlag für IT-Themen) baut seit kurzem Flackerwerbung auch in seine RSS-Feeds ein (gesehen in den Top-News von heise online). Ich hoffe, dass das nicht von Dauer ist.

Die Datenmenge ist relativ unkritisch. Ein testweise gezogener Feed von meiner Seite hatte z.B. 13,5 KB. Er enthält Informationen über die letzten 10 Artikel. Wenn Sie beispielsweise 250 MB pro Monat in Ihrem Mobilfunkvertrag haben, könnten Sie diesen Feed mehr als 10.000 mal im Monat herunterladen, vorausgesetzt Sie tun nichts anderes mit Ihrem Smartphone. Realistisch ist ein Updaterhythmus von mindestens einer Stunde, was in 30 Tagen dann 24 x 30 = 720 Downloads bedeuten würde. Von den angenommenen 250 MB im Monat wären dann gerade mal 14 MB für diesen Feed verbraucht. Wenn Ihnen das zu teuer ist, verlängern Sie einfach den Zyklus oder schalten Sie das Smartphone über Nacht auf den Flugmodus. Bei angenommenen 16 Stunden Betrieb pro Tag und einem Abruf alle 2 Stunden sind es statt 14 nur noch knapp 4,7 MB. Nehmen wir an, die Internetflat Ihres Mobilfunkvertrages kostet 10 € im Monat, dann entfallen davon 4,7/250 x 10 € = 19 ct pro Monat auf meinen Feed. Ich denke, das ist erträglich.

So, und nun viel Spaß mit RSS!

Dieser Artikel wurde bereits am 10.03.2014 in der Nordhessen-Rundschau veröffentlicht.


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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