In diesen Tagen …

Der Wanderer tut gut daran, die durch das Hochmoor führenden hölzernen Wege nicht zu verlassen. Auch wenn im Winter der Boden gefroren ist: Spätestens wenn es wärmer wird, wäre ein Verlassen äußerst gefährlich.

Die Aufnahmen dieses Artikels entstanden vor über 10 Jahren im Schwarzen Moor im bayerischen Teil des Dreiländerecks der Rhön. Das Hochmoor liegt auf etwa 770 bis 782 m Höhe über NN. Mit einer Fläche ca. 66 Hektar ist es das größte Hochmoor in der Rhön. Gleichzeitig bildet das Schwarze Moor die Wasserscheide zwischen Main und Weser und gilt als eines der bedeutendsten Hochmoore Europas.

In diesen Tagen findet in Europa das Weihnachtsfest statt. Die Tradition geht angeblich zurück auf die Geburt von Jesus, jedoch gilt wohl inzwischen als gesichert, dass dieser Zeitpunkt von den Christen sehr geschickt auf den Tag der alten germanischen Tradition des Fests der Wintersonnenwende gelegt wurde. In unserer Kultur wird die Erinnerung an unsere religiösen Wurzeln durch die Weihnachtsgeschichte lebendig gehalten. Die historische Herkunft des Weihnachtsfestes wird zum Beispiel in den skandinavischen Sprachen noch durch den alten Begriff „jul“ (in unterschiedlichen Schreibweisen) ausgedrückt. Auch andere offizielle deutsche Feiertage orientieren sich an evangelischen und katholischen Traditionen. Es kann also sicher festgestellt werden, dass das Christentum zu Deutschland gehört. Aber das nur am Rande.

Schwarzes Moor

In diesen Tagen passieren viele Dinge, die mit unserer christlichen Tradition der Nächstenliebe nicht ohne weiteres vereinbar sind. Terroranschläge gehören zwar noch nicht zur Tagesordnung, wie das leider in einigen anderen Ländern der Fall ist, aber dass deren Häufigkeit in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, wird wohl niemand leugnen wollen. Der Terror wird mit dem Koran gerechtfertigt, und einige Christen scheinen sich ebenso dogmatisch nach dem Alten Testament und dessen Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu richten. Dass dabei auf beiden Seiten Unschuldige in den Tod gerissen werden, scheint in der Tat keinen der Täter zu kümmern. Es wird im Gegenteil nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern ist sogar das eigentliche Ziel der Aktionen.

Dass so eine Entwicklung politische Konsequenzen hat, verwundert nicht. Ja, es ist sogar unbedingt notwendig, das eigene Handeln auch im Hinblick auf solche Ereignisse zu überdenken! Allerdings sollte dies in aller Ruhe geschehen. Dabei ist es nicht hilfreich, wenn sogenannte „besorgte Bürger“ pauschal als Nazis verschrien und in der Folge ignoriert werden. Legale politische Parteien als „unwählbar“ zu bezeichnen, hilft auch nicht. Nur selten sind die Lösungen so einfach, wie manche Leute sie sich vorstellen. Das gilt ebenso für ein „alle Ausländer raus“ wie für ein „alle rein, wir haben genug für euch übrig“.

In diesen Tagen wird Kanzlerin Angela Merkel gern die alleinige Schuld an der Entwicklung gegeben. Das ist in dieser Polarisierung sicher falsch. Aber ich sehe es als sicher an, dass sie mit ihrer Rede, die von den Medien auf das simple „wir schaffen das“ reduziert wurde, und den darauf folgenden einseitigen Aktionen mit zu der aktuellen Situation beigetragen hat. Auch diese Entscheidung hätte etwas besser überdacht werden müssen. Mit ein wenig mehr planerischem Einsatz hätte man vielleicht feststellen können, dass den Flüchtlingen besser und mit effizienterem Ressourceneinsatz hätte geholfen werden können, wenn man sie grenznah untergebracht und versorgt hätte. So sieht es, nach dem, was man so hört, das europäische Recht ohnehin vor. Den betreffenden Ländern dabei finanziell zu helfen, wäre sicher kein unmöglicher Akt gewesen.

In diesen Tagen wird der Polizei fast Unmögliches aufgebürdet. Sie musste jahrzehntelang mit den Reduzierungen seitens der Politik leben. Immer weniger Beamte sollten die gleiche Arbeitsleistung erbringen. Sicherheit wird überall gefordert, aber sie darf natürlich nichts kosten. Das kenne ich aus meinem Job zur Genüge. Oft werden Tests für die Software zwar verlangt, aber wenn man Zeit dafür einplanen will, geht das plötzlich nicht, „aus Gründen“.

Normale Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen sind sicher grundsätzlich möglich. Da jedoch außen herum wohl kaum ein lückenloser Grenzzaun existiert, dürfte eine hundertprozentige Kontrolle ohnehin ein Traum bleiben. Dennoch: Wenn plötzlich ein Vielfaches des üblichen Transits über die Grenzschützer hereinbricht und sie per präsidialer Anweisung alle herein zu lassen haben, dann wird es schwierig mit Registrierung und Sicherheit.

Hinzu kommt die Ambivalenz in der Bevölkerung: Die Polizei soll unbedingte Sicherheit garantieren und konsequent durchgreifen, aber wenn ein Täter von dieser erschossen wird (siehe den Axt-Angriff im Zug bei Würzburg), ist das Geschrei groß.

In diesen Tagen wird aber auch eines besonders deutlich: Das sogenannte Schwarz-Weiß-Denken scheint inzwischen ebenso wie das Christentum zu Deutschland zu gehören. Nicht dass es zwischen diesen beiden Dingen zwangsläufig einen Zusammenhang geben muss, aber die Religion ist oft sehr nahe am Dogmatismus, was diese besondere Denkweise stark fördert.

Kaum vernimmt man moderate Worte. Stets höre ich polarisierende Aussagen wie „Allen Flüchtlingen muss geholfen werden“ und „Alle Flüchtlinge sind Terroristen“. Das erinnert ein wenig an „Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht!“ Die Formulierung variiert, der Tenor bleibt.

Ich werde das europaweite Problem nicht mit einem Blogartikel lösen können. Ich vermag auch nicht zu sagen, ob die „Helfer“ oder die „Warner“ Recht haben. Ich vermute, dass in beiden Aussagen etwas Wahrheit steckt, dass sie aber auch zusammen genommen das Problem nicht einmal im Ansatz vollständig beschreiben.

In diesen Tagen tun wir gut daran, den Weg nicht zu verlassen. Lasst uns Christen bleiben, lasst uns unseren Glauben, und wir lassen euch euren. Wir haben seit mindestens einem halben Jahrhundert keinerlei Probleme mit Buddhisten, Hindus, Baptisten, Juden, Atheisten und den diversen individuellen Ausprägungen des Christentums selbst. Fast alle, die hier leben, tun dies friedlich und ohne übermäßigen religiösem Eifer. Eine beispielhafte Art von Religionsfreiheit, wie sie sein sollte. Warum sollte das nicht auch mit Moslems möglich sein?

Es kann möglich sein, wenn beide Seiten es wollen.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

 

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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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