Robert Bollig: Mit einem Grid Zeit sparen

Wo Karl Donaubauer davor warnt, OCXe und ActiveX-Controls einzusetzen und möglichst alles mit Access-Bordmitteln zu lösen, geht Robert Bollig den genau gegenteiligen Weg. Das von ihm eingesetzte iGrid von 10tec Company lässt sich mit wenig Code und fast keinen externen Abhängigkeiten einsetzen. Das iGrid wird von einem ukrainischen Entwickler mit VB6 aktiv weiter gepflegt. Da man den Source-Code beim Kauf dazu bekommt, fallen schon mal viele Bedenken weg, die normalerweise in Verbindung mit OCX/ActiveX-Controls vorgebracht werden.

Robert gibt eine kurze und knappe Empfehlung: Hilfedatei anschauen, lesen, verstehen, fertig.

Bei diesem ActiveX ist einiges anders. Es hat für mich den Anschein, dass der Entwickler aus schlechten Erfahrungen gelernt hat. Denn eine aufwändige Installation, die evtl. an Restriktionen seitens der IT-Administration scheitern kann (z.B. fehlende Schreibrechte im Windows-System-Verzeichnis), ist nicht notwendig. Das ActiveX muss nur als Datei vorliegen und in der Registry unter HKCU ein bestimmter Eintrag gesetzt werden, was beim Start von der Access-Applikation im Hintergrund erledigt werden kann. Da ich für meine Anwender aus Bequemllichkeitsgründen (für sie und für mich) grundsätzlich ein Setup baue, das den Installationsordner anlegt, zusätzliche Dateien dorthin kopiert, Desktop-Icon und Startmenüeintrag anlegt und in der Systemsteuerung für eine saubere Deinstallationsmöglichkeit sorgt, ist es nur ein kleiner zusätzlicher Aufwand, das iGrid korrekt aufzuspielen. Ich verwende dafür übrigens immer noch Inno Setup  das auf einer der frühen AEKs mal vorgestellt wurde. Soviel zum langfristigen Nutzen der Konferenz für uns Entwickler 🙂

Das iGrid kann die Daten direkt aus einer passenden Tabellenstruktur oder einem bereits existierenden DAO- oder ADO-Recordset laden. Eine Gruppierung nach einem Feld kann zur Laufzeit geändert werden. Boolean-Felder werden als Kästchen mit Haken dargestellt. Für solche Standardaktionen sind jeweils nur wenige Codezeilen erforderlich, alles weitere macht das Grid selbst. Das zeigt Robert durch eine kurze Exkursion in den Code sehr anschaulich. Auch die Performance des iGrid ist insofern beeindruckend, als in der Nordwind-Datenbank ohne wahrnehmbare Verzögerungen die gewünschten Daten angezeigt werden. Zwar sagt das bei einer relativ kleinen Datenmenge nicht viel aus, da ist jede Anwendung „schnell“, doch wird man als Access-Entwickler in der Regel wohl nicht mit Millionen an Datensätzen jonglieren. Wenn doch, steckt vermutlich eine größere Datenbank (SQL-Server, Oracle, …) dahinter und die Vorselektion der anzuzeigenden Daten wird anhand von SQL-Befehlen auf dem Server erfolgen.

Die Bedienung gestaltet sich sehr einfach: Einfachklick = anzeigen, Doppelklick = bearbeiten. Da das Grid sehr vielfältig eingesetzt werden kann, sind auch seine Handbücher, so Robert, deutlich einfacher geworden.

Einen interessanten Hinweis zu der Frage „kann ich eine Combobox in einer Grid-Zelle anzeigen“ ergab sich noch im Laufe des Vortrages. Robert empfiehlt, statt der Combobox einfach mittels Code ein weiteres iGrid anzuzeigen, das die Auswahldaten enthält. Dadurch entsteht der Vorteil, mittels Texteingabe effizienter zu suchen (auch mitten im Text), falls es mal nicht nur 5 Auswahlmöglichkeiten gibt, sondern deutlich mehr.

Das Grid kostet für einen Entwickler 245 $ und wird aktiv weiterentwickelt, die Kommunikation mit dem Entwickler findet zeitnah statt. Die Entwicklerlizenz erlaubt es, das Ergebnis beliebig weiter verteilen zu dürfen.

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