Denn sie wissen nicht, was sie tun (können)!

Dass sich viele graphische Oberflächen durchaus auch mit der Tastatur bedienen lassen, ist ein Fakt. Doch wie oft tun die Leute das? Wissen sie nicht, was sie tun können? Ich will eine Lanze brechen für die Tastatur, und dazu werde ich beweisen, dass dies alles andere ist als Fake-News!

Windows ist mehr als nur „Klicki-Bunti“! Es hat sich inzwischen – zumindest auf dem Desktop – zu einer ernstzunehmenden Oberfläche entwickelt, mögen Apfel- und Pinguin-User das auch grundlegend anders sehen. Da jedoch viele Programme inzwischen für alle drei Plattformen verfügbar sind, stellt sich vielleicht viel weniger die Frage, was das Betriebssystem kann, sondern mehr, was die Programme können. Da gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als mancher vielleicht denkt. Und jenseits der Programme gibt es noch die Webanwendungen. Denen ist es schnurzpiepegal, auf welchem Betriebssystem sie laufen (denn das tun sie streng genommen ja auch gar nicht).

Zwischenablage

Da haben wir allem voran den Drilling „Ctrl-x“ – „Ctrl-c“ – „Ctrl-v“, allseits bekannt für die Funktionen der Zwischenablage. Nachdem dies vermutlich von Microsoft erfunden wurde, haben sich diese Kombinationen als Quasi-Standard in der wohl gesamten Computerbranche etabliert. Vielleicht war es auch Apple, was mir letztlich egal ist. Nur Unix war es bestimmt nicht, denn das bestand damals nur aus der Konsole.

Klar, das geht auch alles mit der Maus, aber wenn ihr mal überlegt, wieviele Kilometer ihr täglich mit der Maus zurücklegt, da kann einem schon schwindlig werden. Die drei Befehle stehen für „ausschneiden“, „kopieren“ und „einfügen“, und da zusätzlich die Ctrl-Taste noch in unmittelbarer Nähe zu diesen drei Tasten liegt, lassen sich diese Tastaturkürzel problemlos mit der Linken Hand bedienen. Auf der eingedeutschten Tastatur ist „Ctrl“ mit „Strg“ beschriftet, was die Abkürzung des übersetzten Wortes für „Ctrl“ sein soll: „Ctrl“ = „Control“ = „Steuerung“ = „Strg“. Keinesfalls also „String“ oder „Strong“, was gelegentlich noch zu hören ist. Probiert es gleich mal aus: Den kleinen Finger der linken Hand auf Ctrl oder Strg, Zeigefinger der Reihe nach auf x, c und v.

Für die VBA-Programmierer ist Ctrl-y noch interessant. Ursprünglich kannte ich den Tastenschlüssel aus Wordstar, dort hatte er die Funktion „aktuelle Zeile löschen“. Dieser Befehl schneidet in VBA nun die Zeile, in der sich der Cursor befinden, komplett aus und überträgt sie in die Zwischenablage. Also kein mühsames Markieren mehr mit der Maus, damit der Zeilenumbruch sauber eingeschlossen ist!

Ein nettes Tool dafür ist übrigens das Mousometer. Besonders originell daran finde ich die Aufstellung der Rekorde. Aus meiner Sicht ist die Tabelle nämlich verkehrt herum sortiert :-)

Formatierung und Links

Auch übliche Formatierungen sind oft sehr einfach zu erlangen: Ctrl-b und Ctrl-i bewirken Fett- und Kursivdruck, basiert auf den englischen Worten „bold“ und „italics“. Leider hat gerade Microsoft vor längerem diese Kommandos eingedeutscht, dort muss ich oft Shift-Ctrl-f/k für „fett“ und „kursiv“ verwenden.

Und Ctrl-k ist ebenfalls inzwischen sehr verbreitet, damit kann man einen Link einfügen. Das geht mindestens in Outlook, Thunderbird und WordPress.

Vielleicht habt ihr noch weitere verbreitete Tastencodes. Wer originelle Kombinationen findet, immer her damit :-)

Und wer nun glaubt, dass ich das alles erfunden habe: Einfach ausprobieren, denn das sind keine Fake-News!


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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