Vor 20 Jahren …

Heute vor 20 Jahren trafen wir uns zum ersten Mal auf der AEK 1, der Ersten Access-Entwickler-Konferenz, und wenn dieser Artikel online geht, befinde ich mich bald wieder auf einer solchen. Viel ist seither passiert.

1998 – damals löste Gerhard Schröder den seit 16 Jahren amtierenden Kanzler Helmut Kohl ab, der Bundestag genehmigte den Lauschangriff, der Altdeutsche Hütehund wurde Haustier des Jahres, Viagra kam auf den Markt und Google wurde gegründet. Die (immer noch) kontrovers diskutierte Rechtschreibreform trat in Kraft, bei Eschede verunglückte ein ICE und riss 101 Menschen in den Tod. Das erste Internet-Café eröffnete und Frank Sinatra starb. Nicht dass ich das alles gewusst hätte – ich glaube einfach mal, was Wikipedia so schreibt.

Und es gab Access 1.0. Das weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen, denn ich war von Anfang an dabei. 20 Jahre sind in der IT-Welt schon fast eine Ewigkeit. Um so erstaunlicher ist es, dass Access auch heute immer noch benutzt wird.

AEK 1 (Foto: unbekannt)

Warum Access?

Warum schafft jemand wie Microsoft einen seltsamen Hybriden aus einer relationalen Datenbank, einer Entwicklungsumgebung für eine Anfänger-Programmiersprache, einem grafischen Formular- und Berichtseditor und einem Klicki-Bunti-Werkzeug für Abfragen und einfache Abläufe? Nun, vielleicht ist die Antwort sehr einfach: Weil da jemand einfach nur eine geniale Idee hatte und es genau diese Kombination war, die letztlich den Erfolg von Access ausmachte. Bis heute, mehr als 20 Jahre danach.

Mittels grafischem Editor kann auch ein Nicht-Informatiker Eingabemöglichkeiten für eine Applikation, sog. „Formulare“, zusammenstellen. Derselbe Nicht-Informatiker kann mittels Makros Reaktionen auf Mausklicks „programmieren“, und durch einige weitere Einstellungen dafür sorgen, dass diese „Anwendung“ dann mit einem Icon auf dem Windows-Desktop so gestartet werden kann, dass der Anwender wiederum keine Access-Kenntnisse benötigt, um diese zu benutzen. Access war ein Novum im Bürobereich, und es ist auch heute noch oft genug ein verkanntes Genie.

Ein Entwickler hingegen kann mit dem selben Werkzeug „Access“ über die integrierte Programmiersprache (VBA = Visual Basic for Applications) noch weitergehende, kompliziertere Abläufe festlegen, auf Fehler reagieren und dem Benutzer durch integrierte und mit dem Tastendruck F1 aufrufbare Hilfetexte das aufwändige Studium eines Handbuchs ersparen.

Damit ist zugleich auch die Frage beantwortet, warum ich heute immer noch mit Access arbeite. Es ist die Kombination der Möglichkeiten, die mich fasziniert, und deren Konzept einfach genial war und ist. Und ich hoffe, dass das auch noch einige Zeit so bleiben wird.


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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