Github wird ein Teil von Microsoft

Github ist einer der durchaus (noch?) zahlreichen sogenannten „Code-Hosting-Services“, also auch so ein Cloud-Dingens. Es hat seit seiner Gründung 2008 einen ordentlichen Höhenflug hingelegt und gehört heute sicher zu den größen Clouddienstleistern im Bereich Quellcodeverwaltung. Natürlich steckt bei allen diesen Diensten noch mehr dahinter. Nicht nur der Code selbst wird dort abgelegt, auch weitere Dienste wie Bug-Tracking, Wiki und Continuous Integration sind oft vertreten.

Zur begrifflichen Abgrenzung sei gesagt: Github ist nicht Git. Microsoft hat also nicht das Werkzeug „Git“ gekauft, sondern die Firma „Github“. Die Namensählichkeit sollte nicht zu Verwechslungen führen, wie das bei „SQL“ und „SQL-Server“ oder „VB“ (was denn? VB6, VB.Net oder VBA?) gern gemacht wird.

Das Problem dabei: Github bietet, wie viele Hoster in diesem Bereich, nicht nur Platz für Open-Source-Projekte an. Bei denen ist das ja egal, wer da heimlich mitliest, denn das darf dabei ja eh jeder. Doch es gibt auch die privaten Projekte, zu denen nur der Eigentümer Zugriff hat, und die Leute, denen er das Zugriffsrecht ausdrücklich einräumt. Dafür muss man bei Github bezahlen, das ist quasi das Geschäftsmodell. Wie verhält es sich, wenn ein Hersteller, der Github wegen seiner Unabhängigkeit bisher genutzt hat, jetzt mit Microsoft als Eigentümer leben muss? Denn einem Administrator sind in der Regel viele Dinge möglich, die ein normaler User nicht kann. Würde Microsoft in diesem Falle die Privatsphäre der Mitbewerber respektieren? Aber würden die Leute dafür noch bezahlen? Das fragen sich einige Kommentatoren, und auch ich mich.

Nun bin ich persönlich sicher kein Konkurrent von Microsoft, und auch kein zahlender Github-Kunde. Aber sollte ich doch mal die absolut geniale Idee haben, dann wäre es mir lieber, wenn ich sie allein „ausschlachten“ kann. Ich würde wahrscheinlich auch weg gehen. Aber mal ehrlich, bei welchem Anbieter kann man denn wirklich davor sicher sein?

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