Sieben Dinge, die dein Chef nicht über Softwareentwicklung weiß

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Muss ein Chef alles können? Muss der Leiter einer Entwicklungsabteilung der beste Programmierer sein? Und wenn ja, wieso leitet er dann nur die anderen Entwickler an und entwickelt nicht selbst? Wäre es nicht für das Unternehmen besser, wenn jeder Mitarbeiter dort eingesetzt wird, wo er oder sie am leistungsfähigsten ist?

Auf DZone.com las ich gerade einen interessanten Artikel dazu. John Sonmez schreibt dort unter anderem:

In fact, I’d say that most software development managers are a little short-sighted when it comes to more than a few elements of programming.

Als erstes nennt John das Verständnis für „technical debt“. Wie oft hast du von Chefs oder Kollegen gehört, „Mach einfach, wir müssen fertig werden! Refaktorisieren kannst du später!“? Wenn du argumentierst, dieses „später“ käme dann sicher nie, weil immer etwas Neues superwichtig sei, wird das vermutlich nicht als Argument akzeptiert.

Das Problem dabei ist nur, dass dieses „später“ in dem Moment zwar verlockend klingt, aber auch in der Zukunft wirklich in keinem Projektplan auftaucht. Erklär das mal einem Kaufmann, dass du irgendwas nicht sofort richtig gemacht hast (weil der Chef das so wollte), und er jetzt Geld dafür ausgeben soll, dass du es jetzt richtig machst. Und außerdem: Dann hättest du eben gleich mal was sagen müssen. Wie man es macht, ist’s verkehrt.

Also bleibt dem Entwickler nichts anderes übrig, als „refactoring“ einfach nebenher zu machen. Und was sagt der Agilist dazu? Ganz einfach: Die „definition of done“ wird so abgefasst, dass darin alles enthalten ist:

  • Spezifikation (soweit nötig)
  • Testanweisung
  • Programmierung
  • Testdurchführung
  • Review
  • Refactoring
  • Testdurchführung
  • Review
  • Dokumentation (soweit nötig)
  • letzte Korrekturen
  • Testdurchführung
  • Review

Das kann man beliebig weiter aufschlüsseln (oder eben nicht). Dabei sollte man nicht päpstlicher sein als der Papst, aber doch gründlich und pragmatisch.

Dieses war der erste Streich, doch die anderen sechs folgen … irgendwann „später“.

Ich lese übrigens gerade den „Pragmatischen Programmierer“. Merkt man das?

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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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