Wochenschau 21/2020

Diesmal geht es um ein paar aktuelle irdische Probleme sowie ein rein hypothetisches im erdferneren Bereich, falls wir es denn überhaupt bis dahin schaffen sollten und nicht vorher aussterben.

Corona (SARS-CoV-2)

Es gibt viele Beschwerden über den Umgang mit uns und mit der Krise. Sicher sind Fehler gemacht worden, was man nun auch immer als Fehler betrachten mag, und wir sollten unbedingt aus diesen Fehlern lernen. Hinterher ist man stets klüger. Aber es ist sinnlos, den Leuten in der Rückschau vorwerfen zu wollen, was sie hätten anders machen sollen. Auch Captain Archer stand in Enterprise nicht nur einem Problem gegenüber, und obwohl es eine Science-Fiction-Serie ist, passt seine Argumentation meines Erachtens perfekt auf die aktuelle Situation.

Meme, Jonathan Archer, Star Trek Enterprise

Oder, kürzer: “Lieber Tuch vorm Mund, als Zettel am Zeh.” (Zitat: Phobos/Twitter)

Google und die Adressen

Es scheint für uns selbstverständlich zu sein, dass wir “einfach so” unsere Adresse bei einem Lieferservice ein- oder angeben können, und schon kommt die Pizza in’s Haus geflogen. Doch was, wenn es mal nicht funktioniert?

David Lane berichtet auf Mastodon, dass er Schwierigkeiten hat, weil er in einer neu gebauten Straße wohnt. Google scheint in seiner Marktmacht keineswegs die angemessene Sorgfalt walten zu lassen, solchen neuen Daten zeitnah bereitzustellen.

Fascinating to see how we’re treated because Google doesn’t yet have our new street or address on its maps. Food delivery & couriers failing. Online services requiring addresses are baulking. Very frustrating. These services depend on Google Maps/Addresses, but Google offers no guarantees about timely updates. Rather worrying the degree to which these proprietary dependencies emerge. Should be an open gov’t service! openstreetmaps.org has had our address/street for months, since I added it.

David Lane am 22.05.2020 auf Mastodon (@lightweight@mastodon.nzoss.nz)

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Nochmal Adressen

Auch ein anderer Streitpunkt beschäftigt sich mit Adressen, wobei ich nicht herausbekommen habe, ob das wirklich von allen gleichermaßen verstanden wurde – mich eingeschlossen. Es geht darum, dass Gäste in einem Restaurant im Moment ihre Kontaktdaten angeben sollen. Damit will man sich die Möglichkeit schaffen, alle Gäste und das Gesundheitsamt zu informieren, falls ein Gast an einem Abend da war und sich im Nachhinein herausstellt, dass er oder sie (sagt man da eigentlich “eine Gästin”?) an Corona erkrankt ist.

Nun reden die einen von der kompletten Adresse, andere sagen “nur Name und Telefonnummer” müssten angegeben werden. In einer Diskussion auf Facebook wird auf den Datenschutz hingewiesen, einer schildert eine Beobachtung, dass Zettel mit mehreren Adressen offen herumgelegen hätten. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass gewisse subversive Elemente die auf diese Weise öffentlich gemachten Adressen als Anreiz nehmen könnten, während des Restaurantbesuchs dort einzubrechen, da man ja weiß, dass dann niemand zu Hause ist. Und natürlich gibt es auch die Stimmen, die jedem Kritiker sofort “Jammern” vorwerfen, Panikmache oder Paranoia. Sachliche Diskussionen scheinen gegenwärtig eher selten zu sein.

Aber klar, das mit dem Datenschutz ist ja auch nur theoretisch zu betrachten. Wer soll sich denn dafür interessieren, es steht doch eh schon alles im Internet! Was soll denn passieren? Und außerdem haben wir doch alle nichts zu verbergen, oder?

Der Weltraum – unendliche Weiten

Künstlerische (und nicht ganz exakte) Darstellung unseres Sonnensystems

Künstlerische (und nicht ganz exakte) Darstellung unseres Sonnensystems
(Autor: WikiImages, Pixabay)

“Der Weltraum ist kein Ponyhof” schreibt Future Zone, und fragt “Ist die Menschheit überhaupt fähig, fremde Planeten zu besiedeln, wenn schon das Rasenmähen auf der Erde so schwer fällt?” Bekannte Namen wie Elon Musk und Stephen Hawking unterstützen die Idee einer Besiedelung des Weltraums, obwohl die Nennung dieser beiden in einem Satz im Nachhinein ein wenig seltsam anmutet. Dass es “da oben” keineswegs so romantisch zugeht, wie uns diverse Science-Fiction-Abenteuer weis machen wollen, dürfte für die aufgeklärten Zeitgenossen unter uns keine große Überraschung sein. Welche Schwierigkeiten schon allein auf den relativ gut bekannten Planeten und Monden unseres Sonnensystems auf uns warten beleuchtet der Artikel recht gut.

Abgesehen von dem Risiko, eroberungswütigen Klingonen, Romulanern oder Boskoniern (oder deren noch unbekannten Pendants in der Realität) zu begegnen, müsste eine Expedition auf einen anderen Planeten doch allerhand Kram mitschleppen, um vom Stand weg dort eine Zivilisation gründen zu können. Der Botaniker Mark Watney kann ein Lied davon singen, welche Herausforderungen einen erwarten können, selbst mit noch so ausgeklügelter Ausrüstung (Der Marsianer, hier als Amazon-Prime-Link, auch als DVD und Blu-Ray erhältlich). Und der war nur auf dem Mars, mit dem immerhin (zumindest im Film) eine begrenzte Kommunikation möglich war. Ein Hin und Her per Videochat zu einem mehrere Lichtjahre entfernten Planeten ist mit momentaner Technik unrealistisch, ebenso natürlich die  Erreichbarkeit desselben.

Der Mars ist je nach dem Stand der Planeten zwischen 60 und 390 Millionen Kilometern (aktuell knapp 160 Mio. km) von der Erde entfernt. Damit würde das Licht (und natürlich auch die elektromagnetischen Wellen, die wir als “Funkwellen” kennen) zwischen 3,3 und 22 Minuten für eine Richtung brauchen. Stünde der Mars gerade von uns aus gesehen hinter der Sonne, wäre eine Kommunikation ohne zusätzliche Relais-Sonden sogar unmöglich. Auf den Mondmissionen hatte man übrigens ebenfalls eine Verzögerung von etwa 1 ¼ Sekunden.

Aufgrund gewisser Schwierigkeiten mit der Gravitation, der Dauer der Reise und der weiteren Bewegung der Planeten kann man diese Entfernung aber keineswegs als die einzige relevante Größe ansehen. Denn der Weg nach draußen oder nach drinnen ist jeweils deutlich weiter als die “Luftlinie” (ich nenne es mal so, auch wenn da draußen keine Luft mehr ist). Die Apollo-Raumschiffe brauchten knapp 3 Tage bis zum Mond, und der ist nur etwa 360.000 bis 400.000 km entfernt! Da wird das nix mit dem Pizza-Bringdienst, wenn die Kartoffeln im Boden erfroren sind.

Dennoch scheint eine Besiedelung des Erd-Mondes vielleicht ein sinnvoller erster Schritt für die Menschheit zu sein, so gewaltig er im Moment auch erscheinen mag. Die Venus fällt jedenfalls flach. Auch wenn sie etwa so groß ist wie die Erde, hat sie mit einem erheblichen Treibhauseffekt zu kämpfen, was Temperatur, Luftdruck und Windgeschwindigkeiten für uns und unsere Technik unerträglich machen. Nach dem Mars (entfernungsmäßig) kämen dann die 4 großen Planeten, die ebenfalls für uns unmögliche Lebensbedingungen aufweisen. Aber sie haben zahlreiche Monde, und einige davon wären vielleicht was, oder auch ein paar größere Brocken im Asteroidengürtel, vielleicht Ceres. Aber auch das wäre wohl noch eine zu große Herausforderung für uns – im Moment wenigstens.

So bleibt uns wahrscheinlich nichts anderes übrig, als uns vorerst darum zu kümmern, unsere Probleme auf der Erde zu lösen.

 

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