Access-Quellcode verwalten

Standards wie „Rational ClearCase“, „CVS“ oder „Team Foundation Server“ sind ebenso wie „Visual SourceSafe“ von Microsoft grundsätzlich nur in der Lage, mit Dateien zu arbeiten. Für Access gibt es jedoch ein Add-In, das eine Anbindung an Visual SourceSafe ermöglicht, so dass Access-Objekte dann doch wieder auf Objektebene verwaltet werden können. Ebenso gibt es eines für die Anbindung an Subversion. Ein solches Access-Add-In ist für viele andere Quellcodeverwaltungen leider nicht verfügbar.

Ziel einer Quellcodeverwaltung ist es, wie der Name schon sagt, den Quellcode eines Projektes zu verwalten, und zwar so granular wie möglich. Das ist zum Beispiel bei einem Visual-Basic-oder Visual-C++-Projekt kein Problem, da diese Entwicklungsumgebungen alle ihre Objekte als einzelne Dateien im Dateisystem ablegen. Diese Dateien können folglich auch einzeln in die Quellcodeverwaltung übernommen („eingecheckt“ oder „committet“) werden. Die Hauptvorteile aus einer funktionierenden Quellcodeverwaltung sind:

  • es kann im Team an dem Projekt gearbeitet werden
  • es können alte Entwicklungsstände abgerufen werden

Ersteres erlaubt die gleichzeitige Arbeit von mehreren Entwicklern (manchmal sogar an demselben Objekt).

Durch letzteres können alte Versionen gepflegt und z.B. Bugfixes erstellt werden, ohne den aktuellen Entwicklungszweig für eine neuere Version zu gefährden.

Dies ist bei einer Access-Datenbank leider nicht so einfach, denn eine Access-Datenbank (Datei) ist ein sog. Containerformat. In einer Access-MDB befinden sich Tabellen, Abfragen, Formulare, Module und andere Objekte. Öffnet man die MDB mit Access, sieht man diese Objekte und kann darauf einzeln zugreifen (z.B. ein Formular öffnen):

Access-2010-Datenbankfenster

Aus der Sicht von Windows handelt es sich jedoch nur um eine einzelne Datei:

Access-Datenbank im Explorer

Mit einer Quellcodeverwaltung, die nur mit Dateien arbeiten kann, kann also nur die gesamte MDB verwaltet werden. Dies ist für den Punkt „Teamarbeit“ ein K.O.-Kriterium, denn eine Wiederzusammenführung („merge“) von zwei verschiedenen Access-Datenbanken ist wegen des undokumentierten Dateiformats nicht mit herkömmlichen Mitteln wie z.B. WinMerge möglich.

Eine Lösung für dieses Problem bieten OASIS, das die Access-Objekte in einzelne Dateien exportiert, die dann von dem VCS in seiner normalen Weise weiterverarbeitet werden können, wie z.B. in diesem Artikel beschrieben.

(Screenshots aktualisiert mit Access 2010, denn das Thema ist nach wie vor auch für die aktuellen Access-Versionen relevant.)

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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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