Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit

Nun bin ich ja der, der seine Freunde stets mit dem Argument genervt hat, eMails seien nicht sicherer als Postkarten. Zwar mag der Postbote anderes zu tun haben, als alle Ansichtskarten aus dem Urlaub zu lesen, aber zugegeben: Er könnte, wenn er wollte.

Und bei eMails ist das technisch noch viel einfacher und ohne menschliches Zutun möglich. Bei Blogeinträgen natürlich auch.

Ich kam mir vor wie der sprichwörtliche Rufer in der Wüste. Wahrscheinlich haben alle heimlich über mich gespottet, über meine überzogene Fantasie, meine Paranoia. Inzwischen habe ich meine zahlreichen „Vorträge“ aufgegeben, weil es eh kaum einer ernst genommen hat. Heute gibt es nur eine Handvoll Leute, mit denen ich per PGP oder dem freien GnuPG verschlüsselt kommunizieren kann (meine Schlüssel-ID ist 0x133168CD).

Viele Leute damals haben mit dem Standardspruch geantwortet, sie hätten schließlich nichts zu verbergen. Wenn ich sie dann gefragt habe, ob sie mir auch ihre Kontodaten oder ihre Steuererklärung geben würden, hieß es, das sei ja wohl etwas völlig anderes! Dennoch hört man von Steuerberatern, die ihren Mandanten per eMail Zahlungsfristen mit konkreten Beträgen mitteilen. Rückschlüsse auf das Jahreseinkommen sind dann zumindest der Größenordnung nach mit Mathematikkenntnissen aus etwa der 5. Klasse möglich.

Doch so langsam zeichnet sich ein gegenläufiger Trend ab: Ein zunehmendes Unbehagen ist zu beobachten, gegenüber „Datenkraken“ (Google und Facebook werden hier zugerechnet, um nur einige zu nennen) und mitlesenden staatlichen Stellen (Stichwort: Bundestrojaner, hier eine originelle Umsetzung der Idee, die zweite Idee existiert 2018 leider nicht mehr). Klar, kaum jemand ist der Ansicht, dass es ihn konkret betreffe. Sowas ist ja immer nur eine ganz allgemeine Sache, denen andere zum Opfer fallen. Aber dann, eines Tages … (Klick)

Die Überschrift dieses Artikels entstammt übrigens einer Folge von Star Trek: The Next Generation. Aber das Thema wird hoffentlich nicht erst im 24. Jahrhundert in den Köpfen angekommen sein.

EDIT: Auf www.zdf.de gab es einen interessanten und mahnenden Artikel dazu von Markus Beckedahl: „Unsere Freiheit im Netz verteidigen“ (Link entfernt, der Artikel existiert dort nicht mehr).

EDIT 2: „Zweite Idee“ entfernt, da der Link nicht mehr existiert.

 


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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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