Wochenschau 48/2021

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Ich wünsche einen wunderbaren 2. Advent! Diesmal habe ich weniger zu Corona gefunden, dafür noch ein paar Tipps für Software-Alternativen und am Ende noch einen Vorschlag, wie ihr ohne großen Aufwand euer Wissen über Naturwissenschaft auffrischen könnt.

Weg von Google

Signal

… will ein Spendenmodell auf MobileCoin-Basis (Kryptowährung MOB) in die App integrieren. Das ist einerseits logisch, um kostenmäßig von offiziellen Spenden unabhängig zu werden. Andererseits treten im Hinblick auf MobileCoin und der Verknüpfung mit Intels Software Guard Extensions (SGX) neue Bedenken auf.

In dem Forumsbeitrag 13 triftige Gründe, warum man auch Signal nicht trauen sollte werden weitere Punkte genannt, die gegen Signal sprechen, was neben dem Finanzierungsproblem auch den Mobilfunknummernzwang und die Speicherung diverser Daten in der Cloud umfasst.

Alternative? Threema (Homepage, Android, Source-Code) ist ebenfalls Open Source, kommt ohne Mobilfunknummer aus und bietet ebenso Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Leider gibt es das nicht im F-Droid!

CCTG

Mit Abkürzungen ist das immer so eine Sache. Google findet zu “CCTG” unter anderem auch den Camping Club Thurgau, die Canadian Cancer Trials Group oder eben CCTG, eine molekulare Anstandsdame aus der Kategorie “Antikörper” des Herstellers US Biological. Aber gemeint ist in diesem Beitrag doch etwas anderes, nämlich die App Corona Contact Tracing Germany. Na, das Chaperon-Molekül CCTG ist ja schon näher dran als die anderen, und irgendwie ist der Name “Anstandsdame” für beide Produkte ungemein passend. Bei der Molekülgruppe “wurde (der Name) nach der englischen Bezeichnung für Anstandsdame gewählt, «da sie unreife Proteine vor schädlichen Kontakten bewahren»” (Zitat aus Wikipedia). Die App hingegen versucht zwar ihr bestes, aber sie kann diesem Anspruch prinzipbedingt nur zeitverzögert entsprechen. Dann ist es zwar zu spät, den Kontakt noch zu verhindern, aber immerhin lassen sich die Folgen etwas eingrenzen.

Warum nun noch eine Warn-App? Die originale Corona-Warn-App (Homepage, Source-Code, Android, Apple) wurde komplett als Open-Source veröffentlicht. Das ist gut, denn so können Menschen, die etwas davon verstehen, nachvollziehen, was das Ding macht. Schließlich haben ja viele Leute eine gewisse Skepsis dem Staat gegenüber, denn immer sagt der ja auch nicht die Wahrheit. Auch bei Google ist diese Skepsis mehr als berechtigt – womit ich nicht behaupten will, dass Apple das besser macht.

Dank Open Source konnte die Corona-Warn-App nicht nur analysiert, sondern auch verändert werden, CCTG ist ein Fork. Das Team rund um die CCTG (Source-Code, Android, leider keine Apple-Version) hat daher in Verbindung mit dem microG-Projekt eine Version herausgegeben, die ohne die Google-Infrastruktur auskommt und daher sowohl für “normale Androids”, als auch auf Geräten mit alternativen Androids wie LineageOS (ehemals “CyanogenMod”) einsetzbar ist.

Funktionell tut sie im Wesentlichen das gleiche wie die offizielle App. Nach meiner Kenntnis fehlt lediglich die Datenspende-Funktion, und es gibt zusätzlich eine Art Aktivitätsanzeige, indem die Anzahl der eingesammelten IDs pro Tag in einem Säulendiagramm ohne Einheiten dargestellt wird. Da beide Apps etwa alle 10 Minuten eine neue ID erzeugen, ist diese Zahl nicht mit der Anzahl der Kontaktpersonen gleichzusetzen, und vor allem sagt dies noch nichts über die Menge der Infizierten aus! Aber man sieht, dass sich etwas tut, und das ist irgendwie beruhigender als bei der Original-App.

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Kalender

Auch der Google-Kalender hat so gewisse Tücken. Allen voran die, dass Google die Termine technisch mitliest und auswertet. Dieser Artikel auf Mobilsicher beschäftigt sich damit und empfiehlt einige Alternativen.

Corona

Und zum Schluss nochmal direkt zu Corona: “Impfpflicht heißt nicht Impfzwang” behauptet n-tv in diesem Artikel. Ob man zwischen “Pflicht” und “Zwang” wirklich so unterscheiden sollte oder es sich nur mal wieder um den Versuch handelt, das eigene Geschwätz von Gestern neu zu erklären, mag jeder Leser für sich selbst entscheiden.

Adventskalender

Adventskalender mit Schneelandschaft im HintergrundPhysik und Chemie sind spannende Gebiete, von denen die meisten Leute nur sehr wenig wissen. Wenn überhaupt waren das Fächer, die in der Schule als “Nebenfach” geführt wurden. Manch einer – aber nicht alle –  wird diese Fächer wohl so bald wie möglich abgewählt haben, denn je nachdem, welche Begeisterung der Lehrer oder die Lehrerin für das Fach mitgebracht hat, war der Unterricht entweder dröge oder (wie in meinem Fall) absolut faszinierend!

Da man bei einigen Meinungsäußerungen im Netz auch den Eindruck hat, dass Phantasie einen größeren Stellenwert hat als Wissen, möchte ich zum Abschluss der heutigen Wochenschau noch ein paar interessante Links verteilen. Denn nicht alles, was in einer Telegram-Gruppe behauptet wird, ist auch zwangsläufig Wirklichkeit!

Es geht um den Naturwissenschaftlichen Adventskalender der Universität Bremen. Diesen gab es bereits im letzten Jahr. Jeden Tag wurden dort in nur wenige Minuten langen Beiträgen Versuche vorgeführt und physikalische und chemische Grundprinzipien erklärt.  Auch in 2021 sind zum Erscheinen dieser Wochenschau schon wieder ein paar Folgen online:

Weitere Folgen werden bis Weihnachten täglich hinzukommen. Viel Spaß dabei :-)

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