Vorurteile

Vorwort

Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil. — Albert Einstein

Wie der Untertitel “Die zwei Seiten der IT” sagt, werde ich mich in diesem Blog nicht nur mit IT-Themen beschäftigen. Heute sind mal wieder die Menschen dran. Und um der Klarheit Willen werde ich Dinge klar und deutlich ansprechen, “explicit language”, wie es im angelsächsischen Raum heißt. Selbstverständlich will ich niemanden beleidigen, und um dem wiedererstarkenden Trend zur zwanghaften “political correctness” entgegenzuwirken, werde ich im wesentlichen bei der männlichen Form bleiben. Sicher gibt es neben den Arschlöchern auch Arschlöcherinnen. Aber egal, lies den Artikel einfach bis zum Ende, bevor du dir eine Meinung darüber bildest.

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Nomaden in der Wolke

Über Datenschutz schreibt man am besten, wenn man irgendwann mal Fan war. Datenschutzfan. Hat sich aber gelegt. Ich finde das Thema immer noch sehr wichtig, komme jedoch inzwischen mit den vielen abstrusen Auswüchsen nicht mehr klar. Nahezu jeder Nasenbohrer kann meine Daten sehen, verteilen, verarbeiten und was weiß ich noch. Nur ich selbst renne immer an eine Mauer. So geschehen, als ich z.B. bei der Post den Absender eines an mich adressierten (und vermissten) Paketes erfragen wollte. Oder an einer Schule dürfen Klassenlisten nicht mehr ins Lehrerpostfach gelegt werden, weil sie dann von anderen Lehrern eingesehen werden könnten. Genug der Beispiele. Natürlich erkennt man den Willen hinter diesen Regeln. Und ich hatte mich selbst mal zum Datenschutzbeauftragten machen wollen. Doch der Vorhang ist runter. Ich versuche seit geraumer Zeit mich im Umgang mit Daten sehr sinnvoll zu verhalten und achte vermehrt auf meinen(!) Datenschutz.

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Kein Allheilmittel?

Wenn ich mit Kollegen rede oder auch Veröffentlichungen lese, habe ich sehr oft den Eindruck, dass die einen Scrum als Allheilmittel darstellen (oder herbei reden), während die andere Seite es in Grund und Boden verteufelt. Vermutlich haben beide unrecht.

Auch wenn das jetzt wie die übliche Schwarz-Weiß-Denke klingt, ein wenig polarisieren muss man schon. “Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen!” soll Konrad Adenauer mal gesagt haben. Man könnte natürlich auch sachlich diskutieren, aber das beinhaltet das Risiko, sich von einer gegenteiligen Meinung überzeugen lassen zu müssen …

Also gut, bleiben wir mal sachlich. Was macht denn den Unterschied zwischen den neumodischen agilen Methoden und dem klassischen Projektmanagement aus? Zumindest bei den Zielen sind sie sich wohl noch einig: “Ich will ein bestimmtes Ergebnis haben, möglichst schnell, möglichst gut und möglichst billig!” Nur den Weg dorthin gehen beide auf unterschiedliche Weise. Ich will das mal aus meiner Sicht darstellen, und damit keineswegs behaupten, dass dies die allein seligmachende Ansicht sei. Ja, ich bin ein Fan von agilen Methoden wie z.B. Scrum.

Das Problem

Für mich ist das entscheidende Problem der klassischen Methode, dass hier vorab ein Plan gemacht wird, wie das Projekt abzulaufen hat. Das erinnert mich stets an den 5-Jahres-Plan, der für uns im Westen eine der wenigen Sachen war, die wir über die DDR wussten. Dort werde, so die Legende, alles geplant, was volkswirtschaftlich in den kommenden 5 Jahren zu passieren habe. Ebenso wurde erzählt, dass das alles nicht wirklich funktioniert hatte. Die DDR gibt es nicht mehr, aber China, Indien und Vietnam halten es laut Wikipedia noch heute so.

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Wider das Vergessen!

Die Website ist geschlossen. Time is over. Keine Chance mehr, an die alten Inhalte zu kommen. Alles ist gelöscht. Alles? Nein, nicht alles! Eine kleine Datenmenge leistet erfolgreich Widerstand gegen das Vergessen im Netz. Notes forever. Evernote.

Bestimmt ist es Ihnen schon passiert, dass Sie eine Idee hatten, und im nächsten Moment kam irgend etwas dazwischen. Mir geht das häufiger so. Und irgendwie ist es doch schade, dass solche Ideen dann meistens wieder im Nirvana verschwinden. Das Kurzzeitgedächtnis ist einfach nicht zuverlässig genug, wenn es darum geht, etwas länger zu speichern. Kein Wunder, sonst hieße es ja auch nicht “Kurzzeitgedächtnis”.

Doch es gibt eine Ergänzung dazu, das sprichwörtliche “extended memory”. Vor kurzem ging mir der Nutzwert dieses Konzeptes wieder durch den Kopf, als ich einen alten Artikel meines Kollegen Patrick Koglin ebenda gefunden habe. Auf der Suche nach der Originalquelle stellte ich fest, dass er die Website inzwischen eingestellt hatte. Neben einer ausführlichen Erklärung findet sich dort der Hinweis “Diese Domain bleibt noch bis März 2016 aktiv und wird anschließend gelöscht.”

EDIT: Ups, das sollte eigentlich noch gar nicht online gehen, der Artikel ist noch nicht fertig. Aber gut, eines Tages führe ich ihn vielleicht mal weiter 🙂

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Ein WhatsApp-Broadcast

WhatsApp ist ein Messenger und unter diesen wohl der bekannteste. Es gab und gibt andere, von denen Signal von Open Whisper Systems eigentlich mein Favorit ist, aber leider kennt den kaum jemand.

Anfangs stand ich WhatsApp sehr skeptisch und ablehnend gegenüber. Aber nachdem man dort gelernt hatte, dass “wir verschlüsseln eure Kommunikation” nicht nur aus einer SSL-Verbindung zum Server besteht, habe ich mich ebenfalls entschlossen, mir einen Account zuzulegen.

Im Juni 2016 entstand auf einem Treffen einiger Autoren der Nordhessen-Rundschau (zu denen auch ich gehöre) die Idee, den Broadcast-Dienst von WhatsApp für einen Newsticker zu verwenden. Die Idee ist zwar schnell umsetzbar gewesen, aber in der Praxis gab es einige Hürden zu nehmen, auf die ich in diesem Artikel eingehen möchte.

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Inhalte gegen Bezahlung

Die Zeit wartet auf niemanden
Die Zeit wartet auf niemanden

Drei Monate seien wie eine Ewigkeit, hieß es damals in den Usenet-Foren. Alle Diskussionen, und seien sie auch noch so intensiv geführt worden, würden sich nach dieser Zeit mehr oder weniger genau so wiederholen. Das Netz vergisst schnell.

Aber auch das Gegenteil ist zu hören, nicht erst seit Edward Snowden: “Das Netz vergisst nichts”. Vieles ist in den letzten Jahren passiert, und nicht alles davon würden wir uns zu wiederholen wünschen, stünden wir vor dieser Entscheidung.

Auf heise.de las ich gerade einen interessanten Artikel über die Zukunft des Journalismus’. Anlässlich des 20jährigen Geburtstags von Heise Online schreiben Journalisten darüber, was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Interessant ist dabei die Einschätzung von Markus Schwarze über die Textlänge:

Lange, ausführliche Texte mit ordentlicher Strukturierung funktionieren im Digitalen besser als kurze, das haben die vergangenen 20 Jahre gezeigt.

Aber auch die Frage der Vermarktung zeigt, dass hier ein entscheidendes Potential oft (zumindest bei mir) ungenutzt bleibt:

Gut laufen Artikel meist nur dann, wenn sie über Social Media und einem sehr ansprechend gestalteten Newsletter (…) hervorgehoben werden.

Der Autor beschäftigt sich auch mit der Frage, ob es sinnvoll ist, Inhalte einer Website komplett hinter eine sog. “Paywall” zu stellen, also nur noch gegen Bezahlung lesbar zu machen. Er kommt bei dem konkret betrachteten Fall zu dem Schluss, dass die Einnahmen sehr überschaubar sind.

Dem muss ich leider zustimmen. Die Donations via Bitcoins haben bislang überhaupt nichts ergeben. Mal sehen, wie es sich nun mit Flattr entwickelt. Aber ich will nicht jammern. Ich schreibe, weil es mir Spaß macht. Und einige Zuwendungen erhält man ohnehin nicht-monetär.

Dennoch sind viele Dinge zu bedenken, und es wird keineswegs nur einen Königsweg geben. So steht auch eine Empfehlung (für mich persönlich kaum umsetzbar) ganz oben auf der Liste:

Die Ereignisse live und vor Ort zu verfolgen und in Form der zwei Hauptformate Liveticker/Social Media und abgehangene Zusammenfassung darzustellen, wird für Redaktionen zunehmend zur Pflicht.

Wir werden sehen, wohin die Reise geht.

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Facebook

Nach längerer Pause habe ich mich nun auch wieder dazu entschlossen, mir einen Account bei Facebook zu machen. Zur Unternehmenspräsentation (wow, wie das klingt!) gibt es auch eine “Seite” unter der Adresse http://fb.me/juenglingedv.

Neben den unzähligen Einstellungsoptionen, durch die man sich zu Beginn unbedingt durchquälen sollte, will ich eine überaus positive Sache erwähnen, die mich angenehm überrascht hat. Facebook bietet es an, meinen PGP-Schlüssel dort zu hinterlegen. So will man die Kommunikation mit mir nur noch verschlüsselt durchführen.

Ehrlich, ich bin beeindruckt! Das hätte ich von Facebook nicht erwartet.

 

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Es kann wieder ge”flattr”t werden

Ab sofort kann mein Blog wieder ge”flattr”t werden. Das spricht sich eigentlich “gefleddert” aus, meint aber etwas ganz anderes 🙂

Flattr ist ein sogenannter “Micropayment-Dienst”. Im Kern bieten solche Dienste eine einfache Möglichkeit, Inhalte im Web zu honorieren. Das schöne daran ist, dass jeder selbst bestimmt, wieviel Euros er im Monat investieren will. Mehr wird garantiert nicht ausgegeben.

Nehmen wir beispielsweise an, dass ich 5  € pro Monat investieren will. Diese begrenzte Menge wird dann unter allen Flattr-Klicks, die ich in dem Monat gemacht habe, zu gleichen Teilen ausgegeben. Wenn ich also 10 Seiten geflattrt habe, bekommt jeder 50 ct. Habe ich nur eine Seite gefunden, die es wert ist, bekommt diese Seite die vollen 5 € gutgeschrieben! Aber mehr als besagte 5 € werde ich pro Monat niemals ausgeben.

Sollte ich tatsächlich mal einen Monat lang nichts geflattrt haben, dann bleibt mein Guthaben unangetastet. So ist es mit meinem Account geschehen, den ich seit ein paar Jahren schlicht vergessen hatte. Aber dankenswerterweise hat Flattr mich nicht vergessen 🙂

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Unfreiwilliges Marketing für Seafile

Seafile. Ich hatte noch nie zuvor von dieser deutschen Firma gehört. Erst der Artikel bei Heise machte sie mir bekannt. Den Service, den sie anbieten, kennt man jedoch von anderen Anbietern mit bekannten Namen wie Dropbox, OneDrive oder auch Google Drive. Doch dann kam ein Finanzdienstleister auf die Idee, die Kundendaten dieser Firma haben zu wollen.

Es geht um Seafile, einen Cloudanbieter. Sie selbst beschreiben sich auf ihrer Website so:

Seafile ist eine Software für Unternehmen zum Synchronisieren und Teilen von Dateien mit Funktionen zum Arbeiten im Team. Seafile’s Fokus liegt auf der stabilen und zuverlässigen Synchronisierung von Dateien und erweiterten Sicherheitsfunktionen.

So so, Sicherheitsfunktionen. Honi soit qui mal y pense. Seit 2009 betreibt Seafile nach eigenen Angaben einen Service, der ursprünglich nur als Peer-to-Peer-Dateiaustauschdienst gedacht war. Seit 2015 existiert die deutsche Seafile GmbH in Wiesentheid.

Anfang Juni 2016 hatte Paypal, der aus ebay hervorgegangene internationale Zahlungsdienstleister, die Firma Seafile “aufgefordert, den Datenverkehr und die Daten (ihrer) Kunden auf illegale Inhalte zu überprüfen und zu überwachen”. Weiterhin wollte PayPal “detaillierte Statistiken über die Dateitypen, die (ihre) Kunden synchronisieren und teilen” haben (Zitate sind Orginaltexte von den News der Seafile-Website). Selbst wenn also die Dateien selbst (noch?) nicht angefordert wurden, würden solche Auswertungen zu viel über die internen Strukturen eines Unternehmens verraten, das sich auf die Dienstleistung verlässt. Das kann sich niemand leisten.

Paypal ist in Luxemburg ansässig und wird nach eigenen Angaben “EU-weit als Bank geführt”. Man darf wohl annehmen, dass somit für beide Firmen EU-weites Datenschutzrecht gilt. Und wenn dieses einer Bank das Recht einräumen würde, dieser die von “mir” (symbolisch gesprochen) treuhänderisch verwalteten Daten herauszugeben, dann würde mich das ehrlich gesagt doch sehr wundern.

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Kommentar auf der Website von Seafile

Wir erinnern uns vielleicht noch an den sehr plötzlichen Einsturz des Gebäudes “Wikileaks”? Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, war das kurz nach einer Androhung, wichtige Dokumente aus dem us-amerikanischen Bankenbereich zu veröffentlichen, als sowohl der Vergewaltigungsvorwurf gegen Julian Assange erhoben wurde, als auch Paypal erklärte, keine Zahlungen mehr an Wikileaks weiterzuleiten. Ist hier wieder mal jemand im Hintergrund am werkeln, weil ein Dienstleister aus dem Sicherheitsumfeld seine Arbeit zu gut gemacht hat? Für Verschwörungstheorien ist genügend Raum, und ich bin sicher nicht der erste, dem man Paranoia vorwirft.

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Kommentar auf der Website von Seafile

Zumindest was mich betrifft, ist dieser Kommentar richtig. Hat sich Paypal also unfreiwillig zum Werbepartner von Seafile gemacht?

Alternative Zahlungswege

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Seafile jedenfalls bietet seine Dienstleistungen vorerst kostenlos an, um weder bestehende Daten noch Kundenverbindungen zu gefährden. Und im Hintergrund suchen sie intensiv nach einer neuen Lösung. Selbstverständlich darf dieser Artikel nicht enden ohne einen Hinweis auf eine interessante Alternative zu institutionellem Geldtransfer. Der Bitcoin und seine zahlreichen Alternativen, “Altcoins” genannt, ist vielleicht wirklich eine Chance, hier ein Gegengewicht zu der vorhandenen Marktmacht aufzubauen. Insbesondere wenn ich (wiederum rein symbolisch) befürchten muss, dass Paypal Zahlungen an mich plötzlich unmöglich macht. Und das, wie im Falle von Seafile, ohne konkrete Vorwürfe und mit Forderungen, die ein seriöses Unternehmen unmöglich erfüllen kann.

Und so geht es: Scanne mit einem Bitcoin-Client auf deinem Smartphone den nebenstehenden QR-Code und trage einen Betrag deiner Wahl ein. Der Bitcoin-Client auf dem Android erlaubt sogar die Eingabe von Euro-Werten, die dann automatisch gemäß dem aktuellen Kurs umgerechnet werden. Der Kurs schwankt allerdings noch ganz ordentlich, so dass bei aller Euphorie über den Bitcoin gewisse Spekulationsrisiken nicht verschwiegen werden sollen. Als ob das bei “realen” Währungen nicht so wäre.

UPDATE: Heise schreibt gerade, dass Paypal die Entscheidung zurückgenommen hat. Seafile will sich aber trotzdem nach einem anderen Partner umschauen.

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Nur eine kurze Odyssee

Wie ich vor kurzem berichtet hatte, gab es mit dem Tomtom GO 6100 ein paar Probleme. Eines der wirklich wichtigen Features dieses Gerätes, nämlich die permanenten und kostenfreien Echtzeitdaten des laufenden Verkehrs funktionierten nicht, weil ich mich mit meiner eMail-Adresse nicht anmelden konnte.

Eine Anfrage an den Support ergab zunächst eine sinnlose und nicht zur Frage passende Standardantwort.  Auf meine etwas umformulierte Antwort musste der Support zugeben, keine Lösung zu haben. Die habe ich dann zwischenzeitlich selbst gefunden.

Offenbar hat Tomtom ein Problem damit, wenn man für diesen Online-Dienst eine bereits registrierte Mailadresse verwendet. Seit ich mich mit einer anderen Adresse angemeldet habe, funktioniert alles einwandfrei.

Das ist zwar eigentlich nur ein Workaround, aber immerhin komme ich nun in den Genuss der Leistung, die ich bezahlt habe.

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