Danke für den Bugreport

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Kürzlich fiel mir mal wieder auf, dass ich mich für einen Bugreport bei einem User bedankt habe. Ich habe eigentlich nie darüber nachgedacht. Ich tue das einfach, es ist meine Art, denn ich bin wirklich dankbar für gute Bugreports. Er antwortete mit einem betonten „Ich habe zu danken!“, was vielleicht sogar stimmt, und auch wieder nicht. Im Grunde haben wir beide etwas von guten Bugreports.

Ein Bugreport ist nützlich

Erstens ist ein Bugreport nützlich (er sollte es zumindest sein): Ich muss nicht dreimal nachfragen, wie dieses „die Software läuft nicht“ gemeint ist, sondern bekomme deutliche Hinweise auf einen konkreten Fehler. Wenn noch ein Beispiel hinzugefügt wurde und vielleicht der Wunsch, wie es statt dessen sein sollte, dann bin ich glücklich. Und wenn dann noch die genaue Versionsnummer der Software enthalten ist und vielleicht sogar Daten zum Nachvollziehen anhängen, dann ist mein Glück kaum noch mit Worten zu beschreiben.

Ein Bugreport ist hilfreich

Zweitens helfen Bugreports mir, meine Software zu verbessern. Ich gebe zu, manchmal sitzt das Problem vor dem Monitor. Aber selbst dann bemühe ich mich, meine Software so zu gestalten, dass ein mangelndes Verständnis für mein Problem von diesem selbst erkannt und mit entsprechenden Hinweisen beantwortet wird. Ein Anwender, der mich auf so ein Problem hinweist, hat mir einen großen Gefallen getan, denn ich selbst bin offensichtlich nicht auf diese Idee gekommen.

Es ist eigentlich gar nicht so schwer, das zu verstehen. Versetzen wir uns in die Lage des Users. Wir Entwickler sind ja oft genug selbst Anwender. Jetzt gerade zum Beispiel bin ich Anwender von Firefox, von WordPress und letztlich von Ubuntu. Wenn WordPress nun diesen Artikel nicht speichern würde und ich ihn ein zweites mal schreiben müsste, wäre das ausgesprochen ärgerlich. Würde ich dann aber dem Entwicklerteam ein lapidares „Euer Scheiß läuft nicht!“ entgegen schleudern, was würde dann passieren?

Auch die Leute, die nach dem Motto „nicht gemeckert ist genug gelobt“ vorgehen, vergessen dabei, dass wir alle Menschen sind. Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Fehler sollten vermieden werden, aber mit Meckern allein geschieht dies nicht. In manchen Branchen ist permanente Aufmerksamkeit gefragt, da sollte man im Stellwerk nicht einfach mal Pokemons jagen, sollen die Züge doch fahren, wohin sie wollen!

Aber wenn gute Arbeit einfach ignoriert wird, wozu sollte ich mich dann noch anstrengen?

Auch ich freue mich über ein Lob. Denn „I’m only human after all“.

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AuthorChristoph Jüngling

Selbständiger Softwareentwickler und Seminarleiter

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