Mata Hari 2.0

Getarnter Soldat mit FernglasDavon hätte das historische Original sicher geträumt: Hundertprozentige Teilhabe am Leben der Personen, die sie ausspionieren wollte, Informationen sammeln, die bis in’s kleinste Detail des Lebens reichen. Mata Hari musste sich noch als Prostituierte verdingen, Vertrauen aufbauen, vorsichtige Fragen stellen. Das alles entfällt nun. Heute verraten die Geheimnisträger den (elektronischen) Spionen freiwillig alles, wonach diese gar nicht gefragt haben: Wo wir sind, mit wem wir uns treffen, was wir kommunizieren, und vielleicht sogar was wir denken. Blogs als öffentliche Tagebücher, Evernote oder Onenote als vermeintlich geheime Notizen-Apps, sie alle haben mit Mata Hari einige Gemeinsamkeiten: Sie dienen sich uns an, sind uns zu Willen und sie hören aufmerksam zu und geben alles an ihre Auftraggeber weiter.

Da könnte es sein, dass man mal unbedacht seiner Wut freuen Lauf lässt und „ICH BRING IHN UM!!!“ brüllt, und Alexa alarmiert dann sofort das SEK und ich darf meinen Weihnachtsurlaub im Gefängnis verbringen, nur weil ich mich über meinen Chef geärgert habe. Zu weit hergeholt? Wer weiß … Digitale Spuren aus dem Smart Home sollen künftig als Beweismittel vor Gericht verwendet werden dürfen. Warten wir’s ab!

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